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Volker Ter Haseborg
Die Sitzung ist jetzt zu Ende. Ich schreibe jetzt noch eine Zusammenfassung über den heutigen Tag - kommt dann später auf wiwo.de. 

Die nächste Sitzung, die wir im Wiwo-Liveblog begleiten, findet am 11. Januar 2023 statt. Dann wird Bellenhaus weiter vernommen. 

Ebenfalls im Januar wird eine Aussage von Markus Braun erwartet. Da sind wir natürlich auch vor Ort. 

Bleibt mir noch, Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr zu wünschen. 
Bis bald!
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Volker Ter Haseborg
Marsalek, von Erffa und er seien diejenigen gewesen, die den Prüfern das TPA-Geschäft vorgegaukelt hätten. 
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Volker Ter Haseborg
Er hätte sich mit von Erffa solche Fake-Verträge hin- und hergeschickt, sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
Wenn Prüfer einen Vertrag sehen wollen, hätten sie halt einen Vertrag zusammengefrickelt. 
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Volker Ter Haseborg
Die Wirtschaftsprüfer wollten eine unabhängige Bestätigung der Transaktionen. EY habe von ihm Einblick in die Transaktionen bekommen. Allerdings in seine gefälschten Daten. Um die Sache noch seriöser erscheinen zu lassen, habe er seine gefälschten Zahlen noch in ein Datenbanksystem eingespeist. Das habe den Prüfern gereicht. "Es klang halt gut.", sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
"Kein Mensch hatte Zugriff auf das Treuhandvermögen." Eine Bank, die das Geld für den Händler einzieht, hätte im Normalfall doch Zugriff darauf haben müssen. Denn dieser Acquiring Bank stand gegenüber Kreditkartenunternehmen wie Visa und Mastercard in der Haftung - und eben nicht Wirecard. 
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Volker Ter Haseborg
"Von den Wirtschaftsprüfern hat niemals jemand gefragt", sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
"Auf das Treuhandkonto haben wir nie zugegriffen", sagt Bellenhaus. "Es gab ja auch kein Geld auf dem Treuhandkonto."
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Volker Ter Haseborg
Wirecard hat behauptet, dass der TPA für die Händler (allesamt angebliche Wirecard-Kunden) eine Sicherheit aufbringen muss für etwaige Ausfallzahlungen. Dieses Risiko wurde als sehr, sehr hoch dargestellt. Sogar eine 500.000-Euro-Strafe hätten sie mal erfunden, um das Risiko zu belegen, sagt Bellenhaus. Deshalb wurde die Idee der Treuhandkonten entwickelt, auf denen die erfundenen Milliardenumsätze aus dem Drittpartnergeschäft lagern sollten - und nicht angetastet wurden, weil sie als Pfand für Ausfallzahlungen einbehalten wurden.
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Volker Ter Haseborg
Jetzt soll Bellenhaus die Funktion eines Drittpartners (Third Party Acquirer(TPA)) erklären. Er bekommt dafür einen Stift und darf ein bisschen fürs Gericht auf dem Projektor herumzeichnen. 
Er macht es so: Ein Händler bekommt sein Geschäft nicht abgewickelt, geht damit zu Wirecard. Die bekommen es aber auch nicht abgewickelt, zu riskant. Deshalb geht Wirecard zum Drittpartner und fragt ihn, ob dieser den Händler aufschalten kann. Dieser sucht eine Bank für ihn, um Kreditkartenzahlungen abwickeln zu können. 
Wirecard ist in diesem Geschäft ein reiner Vermittler, hat mit dem Geld für die Zahlung nichts zu tun. "Wir haben immer so getan, als würde der TPA das Geld bekommen." Musste man auch, um das Volumen des Geschäfts voll mit in die Wirecard-Bilanz nehmen zu können. Dass TPA das Geld bekommen, finde in der Praxis kaum noch so statt, sagt Bellenhaus. Der TPA bekomme von den abwickelnden Banken eine Gebühr. Von dieser Gebühr wiederum hätte der TPA auch Wirecard eine Gebühr zahlen müssen. Kompliziert, oder?
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Volker Ter Haseborg

"Wir nehmen einen Obdachlosen, duschen ihn - und schicken ihn in die Oper"

So beschreibt Bellenhaus das System, mit dem wenig seriöse Händler dennoch Banken fanden, die ihre Zahlungen abwickelten

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Volker Ter Haseborg
Bellenhaus erklärt gerade, wie eine Kreditkartenzahlung funktioniert. Wie das Geld eines Kunden, der online einkauft, zum Händler gelangt. 
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Volker Ter Haseborg
Und weiter geht's.
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Volker Ter Haseborg
Puh, ganz schön anstrengend, das hier alles mitzuschreiben. Verstehen Sie alles? Ich hoffe es. Jetzt haben wir uns zehn Minuten Pause verdient. 
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Volker Ter Haseborg
Wurde nach Leuten gesucht, die Befehle ausführten und leicht lenkbar waren? "Ja, das ist so."
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Volker Ter Haseborg
Die Ernennung von Susanne Steidl zur Produkt-Vorständin sei "die schlimmste Fehlbesetzung in den letzten 20 Jahren gewesen", sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
"Wir wussten ganz genau, was wir getan haben." - "Jeder außerhalb der Gruppe musste funktionieren." Von Erffa jedoch sei kein Typ, der nur Befehle befolgt hat, was Braun, Marsalek und Bellenhaus ihm gesagt haben. Bellenhaus beschreibt ihn also als Täter. 
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Volker Ter Haseborg
So sei die Personalmanagerin von Wirecard völlig unqualifiziert gewesen. "Das war halt so." Bei Wirecard habe man nach Leuten gesucht, die leicht lenkbar waren. Unbequeme Mitarbeiter, die den Kurs anzweifelten, hätten "nicht überlebt". "Es war keine Demokratie."
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Volker Ter Haseborg
Viele, die bei Wirecard in Positionen kamen, seien dafür nicht qualifiziert gewesen, sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
"Fühlten Sie sich überfordert?", fragt Födisch. "Ich glaube nicht", sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
Der dritte Drittpartner: Payeasy. Gemanagt vom ehemaligen Wirecard-Mitarbeiter Christopher Bauer, seinem Schwager, seiner Ehefrau. Treuhänder war wieder "Shan" aus Singapur. An Payeasy hingen noch die Firmen Centurion und Conepay.
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Volker Ter Haseborg
Seit 2015 haben sie bei Al Alam angefangen TPA-Daten zu erfinden. 2016 habe er angefangen, das zu professionalisieren. 
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Volker Ter Haseborg
Jetzt Al Alam. Vertragspartner war die Card Systems Middle East. Treuhänder für die Gewinne war Rajaratnam Shanmugaratnam aus Singapur. Er selbst habe die Al Alam gegründet, sagt Bellenhaus. Danach hat er einen offiziellen Geschäftsführer eingestellt und später noch einen weiteren Mitarbeiter. 
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Volker Ter Haseborg
Jetzt geht es um die wichtigsten Drittpartner. Zuerst Senjo. Und Marsalek-Kumpel Henry O'Sullivan: "Dem gehörte das alles." Das habe er mitbekommen, wenn er mit den Senjo-Leuten gesprochen habe. "Er hat die Entscheidungen getroffen. Er hat die Leute eingestellt. Er hat gesagt, wo es langgeht."
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Volker Ter Haseborg
Es gab viele Doppelstrukturen. Ein Teil der Informationen sei in Deutschland, ein anderer Teil im Ausland gewesen. So hätte man Herrschaftswissen behalten, sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
Der Fokus von Wirecard lag immer mehr einzig und allein auf dem TPA-Geschäft, auf der Abwehr von Attacken und dem Aktienkurs, sagt Bellenhaus. Andere Themen seien nicht wichtig gewesen. "Die Wirecard hat ihren Fokus verloren."
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Volker Ter Haseborg
Wo in der Hierarchie stand Bellenhaus? In der dritten Reihe - nach Vorstand, seinem Vorgesetzten von Erffa. 
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Volker Ter Haseborg
Die Stelle von Produktvorständin Steidl hätte eigentlich ein langjähriger Wirecard-Mitarbeiter bekommen sollen: Carlos H. Er wurde es nicht - und tauchte später bei der Fima Ocap in Singapur auf, an die mehr als 200 Millionen Euro aus der Wirecard-Kasse abflossen.
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Volker Ter Haseborg
Wie waren die Vorstands-Zuständigkeiten? Braun zunächst für Strategie, Technik und Öffentlichkeitsarbeit. Marsalek für die Kundenbetreuung, Ley Finanzvorstand. Er sei sich sicher, dass Braun für Wirecard Technologies zuständig war. Er habe zur Card Systems mit Ley und Marsalek gesprochen, sagt Bellenhaus.
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Volker Ter Haseborg
2012 habe er zum ersten mal vom TPA-Geschäft gehört. Von Jan Marsalek. Ein Jahr später dann die Gespräche mit Marsalek und Ley, die dazu geführt hätten, dass er nach Dubai ging. 
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